Ermutigungswort für den Sonntag Rogate – 9. Mai 2021

Liebe Leserin, lieber Leser! Papa. Vater. Vaterunser im Himmel. Das Gebet, das Jesus seinen Jüngern und Jüngerinnen vorspricht, beginnt mit einer erstaunlichen Anrede. Familiär, vertraut ist diese Anrede. In der Muttersprache Jesu, dem Aramäischen, klingt in dieser Anrede, „Abba“, auch unser deutsches „Papa“ an. Vermutlich war diese Anrede Gottes damals eine Über-raschung; in manchen Ohren vielleicht auch eine Provokation. Vater, Abba! Wenn Sie an Ihren Vater denken, was für ein Mensch kommt Ihnen da in den Sinn? Jemand, der immer schon da war, der Sie in vielem unterstützen konnte?! Vermutlich auch jemand mit seinen Ecken und Kanten?! Sein Lächeln. Wenn

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Musik in schwierigen Zeiten – Folge 168

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, Schicksalstage, die den Lebensweg eines Menschen entscheidend beeinflussen, gibt es wohl für uns alle – für mich zählt der 29. Juni 1994 dazu. An diesem Sonntagabend leitete der damalige Helmstedter Propsteikantor Friedrich Isenbürger in der St.-Stephani-Kirche sein letztes Chorkonzert vor dem Ruhestand. Neben Beethovens Messe C-Dur op. 86 stand auch das Te Deum von Anton Bruckner mit der Helmstedter Bachkantorei auf dem Programm. Zum ersten Mal durfte ich bei so einem großen Chorprojekt als Musiker mitwirken. Bereits die Orchesterprobe, die im Probensaal der Deutschen Oper Berlin zu Beginn der Woche stattfand,

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Ermutigungswort zum Sonntag „Kantate“ am 2. Mai 2021

Das biblische Leitwort für diese neue Woche lautet: „Singt dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder.“ (Psalm 98, 1) Gebet: Herr, unser Gott, wir singen und musizieren – für dich! Auch wenn wir es derzeit nicht gemeinsam tun können, so doch alle, die wollen und mögen, zumindest still in sich drin, oder laut für sich allein daheim, oder mit wenigen andern und genügend weitem Abstand. Es ist deine Liebe zum Leben und die Aussicht auf deinen Frieden, die uns zum Singen und zum Klingen bringt, und die wir redend und singend und musizierend weitererzählen. Öffne du selbst immer

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Musik in schwierigen Zeiten – Folge 167

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, erst am vergangenen Mittwoch erhielt ich durch eine Mail des britischen Musikmagazins „Grammophone“ die Nachricht, dass die von mir sehr verehrte Mezzosopranistin Christa Ludwig bereits am 24. April im Alter von 93 Jahren in ihrem Haus in Klosterneuburg bei Wien verstorben ist. Die heutige Ausgabe des Newsletters soll daher dieser großartigen Sängerin gewidmet sein. Fast ein halbes Jahrhundert stand Christa Ludwig, geboren am 16. März 1928 in Berlin, auf der Bühne der Wiener Staatsoper, an der sie 43 Partien sang. 1994 verabschiedete sich die Mezzosopranistin von der Bühne. Sie hat mit

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Musik in schwierigen Zeiten – Folge 166

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, gäbe es eine Hitparade der Orgelmusik, dann würde das heutige Stück sehr oft in den oberen Platzierungen auftauchen: Die Suite gothique op. 25 von Léon Boëllmann. César Francks viel zitierter Satz, „Mon orgue, c’est un orchestre!“, sagt viel über die Entwicklung des französischen Orgelbaus in der Romantik aus, die natürlich auch die Orgelmusik maßgeblich beeinflusste. Als Klangideal galt seinerzeit das Sinfonieorchester. Zur völligen Entfaltung brachte die neue Ästhetik der Orgelbauer Aristide Cavaillé-Coll. Er perfektionierte die klanglichen und technischen Innovationen der Zeit und integrierte sie auf geniale Weise in seine eigenen Ideen

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Musik in schwierigen Zeiten – Folge 165

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, bei der Suche nach einer Aufführung des heutigen Musikstücks bin ich auf ein wahrhaftig spektakuläres Konzert gestoßen, denn hier reicht ein Sinfonieorchester in großer Besetzung allein nicht aus – auch Orgel, Chorgesang, das Geläut großer Kirchenglocken und Kanonenschüsse sind in Peter Tschaikowskys Ouvertüre solennelle „1812“ op. 49 vorgesehen. Musik ist nicht nur eine Kunst, die Frieden schafft, ein Symbol für Völkerverständigung und zwischenmenschliche Harmonie. Es gibt Kompositionen, die verwandeln Konzertsäle in wahre Kriegsschauplätze. *“Das wird sehr laut und lärmend werden“*, schreibt Peter Tschaikowsky über ein musikalisches Schlachtengemälde, das alle anderen martialischen

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Ermutigungswort für den Sonntag Jubilate – 25. April 2021

Liebe Leserin, lieber Leser, wann haben Sie das letzte Mal so richtig gejubelt? Wann war Ihre Freude so groß, dass Sie aus tiefstem Herzen einen Freundenschrei ausgestoßen haben? Angesichts der derzeitigen Situation bleibt mir der Jubel im Hals stecken. Einen kleinen Freudenhüpfer macht mein Herz, wenn der Inzidenzwert unter 100 liegt, weil ich so die Hoffnung auf ein Stück Normalität habe. Aber einen richtigen Freudenschrei löst das bei mir nicht aus. Wenn ich mein Patenkind nach langer Zeit mal wieder in die Arme schließen könnte, dass würde mich aus tiefstem Herzen jubeln lassen und mir sicher auch die ein oder

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Musik in schwierigen Zeiten – Folge 164

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, unter seinen vier Klavierkonzerten ist es sicherlich das mit Abstand beliebteste und am häufigsten aufgeführte Werk: Heute steht Sergej Rachmaninows Klavierkonzert Nr. 2 c-Moll op. 18 im Mittelpunkt. Eine schwere Krise plagte den sensiblen Sergej Rachmaninow nach dem Misserfolg seiner ersten Sinfonie; er litt an Selbstzweifeln und Depressionen und konnte fast vier Jahre keine Note mehr zu Papier bringen. Erst die Behandlung durch den Nervenarzt Dr. Nikolai Dahl brachte Abhilfe. Dahl war ein großer Musikliebhaber und eine Koryphäe auf dem Gebiet der Psychoanalyse. Mittels Hypnose suggerierte er seinem Patienten, dass er

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„Männer trauern anders“

Eine Aktion von „Fünfzehn Lichter für fünfzehn Jahre Hospizarbeit Helmstedt e.V. 2006-2021“ „Männer reden einfach nicht und Frauen lassen alle ihre Gefühle ungefiltert raus…“ Ist das wirklich so? Vor allem, wenn es um die Themen Trauer, Tod und Sterben geht? Denn diese Themen scheinen in unserer Gesellschaft fest in weiblicher Hand zu sein. Und doch gibt es so etwas wie eine „männliche Trauer“. Aber wenn es eben nicht das Ausweinen bei der besten Freundin ist – was ist es dann, was Männer in einer Trauer- und Verlustkrise wirklich brauchen? Der sehr unterschiedliche Umgang mit solchen Fragen bei Frauen und Männern,

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Musik in schwierigen Zeiten – Folge 163

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, nicht jedem Musiker ist es vergönnt, den 90. Geburtstag zu erleben – wenn man ihn dann aber noch aktiv mit einem Konzert unter Freunden bestreiten kann, ist das sicherlich ein besonderes Geschenk, noch dazu, wenn dies mit einem Höhepunkt der Kammermusik geschieht: Unser heutiges Musikstück ist das Klavierquintett Nr. 2 A-Dur op. 81 von Antonin Dvorák. Die Entstehung dieses Klavierquintetts verdanken wir einem Zufall. Als der Komponist 1887 auf die Partitur seines frühen Klavierquintetts Nr. 1 A-Dur op. 5 stieß, war er mit dessen Qualität so unzufrieden, dass er ein neues

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Musik in schwierigen Zeiten – Folge 162

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, heute steht ein Komponist im Mittelpunkt, der überwiegend durch kurze, pointierte Stücke berühmt geworden ist. Sein vielleicht berühmtestes Werk hat ein ungewöhnliches Soloinstrument: Eine Schreibmaschine. „The Typewriter“ ist auch nach der Premiere im Film „Der Ladenhüter“ seinem Hauptdarsteller ein treuer Weggefährte geblieben. Es gibt kaum ein Fernsehauftritt, in dem Jerry Lewis seine Paradenummer nicht präsentiert hat, so wie hier in der Comedy-Show „Klimbim“ aus dem Jahr 1974: Mindestens so abwechslungsreich wie seine Musikstücke war auch das Leben des Komponisten Leroy Anderson. Als Sohn von schwedischen Auswanderern wurde er 1908 in Cambridge,

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Ermutigungswort für den Sonntag Misericordias Domini, 2. Sonntag nach Ostern 18. April 2021

Hesekiel 34: „Und das Wort des Herrn erging an mich folgendermaßen: Menschensohn, weissage gegen die Hirten Israels, weissage und sprich zu ihnen, den Hirten: So spricht Gott, der Herr: Wehe den Hirten Israels, die sich selbst weiden!“ Liebe Leserin, lieber Leser, Oha! Regentenschelte. Und das in einer Zeit, in der sich Bund und Länder darüber streiten, wer wie viel Kompetenzen zur Bekämpfung der Pandemie besitzen soll. Bisher hatten die Bundesländer mit ihren Ministerpräsident*innen immer das letzte Wort. Das soll nun durch eine Verschärfung des Infektionsschutzgesetzes anders werden. Man darf gespannt sein, wie am Ende das Ergebnis aussehen wird. So oder

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Musik in schwierigen Zeiten – Folge 161

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, kein klassisches Musikstück ist häufiger in der Werbung verwendet worden als Carl Orffs „Carmina Burana“, eines der bekanntesten und beliebtesten Werke der Chorliteratur des 20. Jahrhunderts. *“Fortuna hat es gut mit mir gemeint, als sie mir an dem für mich denkwürdigen Gründonnerstag 1934 einen Antiquariatskatalog in die Hände spielte, in dem ich einen Titel fand, der mich mit magischer Kraft anzog.“ *Mit diesen Worten beginnt Carl Orff in seinen Lebenserinnerungen jenes Kapitel, in dem er von der Entstehung seiner „Carmina Burana“ berichtet. Auch nach beinahe 85 Jahren nach der Frankfurter Uraufführung

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Musik in schwierigen Zeiten – Folge 160

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, unser heutiges Musikstück war in meiner Schulzeit untrennbar mit dem Spielfilm „10 – Die Traumfrau“ verbunden. Kaum jemand konnte damals Maurice Ravels Boléro hören, ohne automatisch an Bo Derek zu denken; es ist jedoch bis heute eines der bekanntesten und meistgespielten Orchesterwerke überhaupt. Ausschlaggebend für für die Entstehung war jedoch eine andere Frau: Der Boléro entstand in den Monaten Juli bis Oktober 1928 auf Anfrage der Tänzerin Ida Rubinstein, die sich ein Orchesterstück in der Form eines spanischen Balletts von Ravel wünschte. Ursprünglich wollte Ravel einige Tänze aus „Ibéria“ von Isaac

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Musik in schwierigen Zeiten – Folge 159

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, seinen 100. Geburtstag würde in diesem Jahr der argentinische Komponist Ariel Ramirez feiern. Zu seinem bekanntesten Werk wurde seine „Misa Criolla“, die bis heute von Chören und Solisten in der ganzen Welt gesungen wird. *„Ich nahm mir vor, ein religiöses Werk zu komponieren, das die Hoffnung der Menschheit auf eine bessere Welt ausdrücken sollte“* – nicht weniger als das beabsichtigte Ramirez mit seiner 1964 in Buenos Aires erstmals aufgenommenen „Misa Criolla“. In der „Kreolischen Messe“ werden die liturgischen Elemente in spanischer Sprache gesungen – nicht mehr auf Latein. Kyrie, Gloria, Credo,

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Ermutigungswort für den 11. April 2021

Jedes Werden in der Natur, im Menschen, in der Liebe muss abwarten, geduldig sein, bis seine Zeit zum Blühen kommt. (Dietrich Bonhoeffer) Liebe Leserin, lieber Leser, wenn ich aus dem Fenster blicke, suchen meine Augen Blüten. Das teilen sie mit den ersten Bienen, die unterwegs sind. Schon April, doch es gibt kaum Blüten. Ein paar vereinzelte Krokusse und Narzissen recken ihre Köpfe empor und lösen die Schneeglöckchen ab. Neidisch sehe ich Bilder aus Japan oder Washington, wo die Kirschblüte ganze Straßenzüge in ein zart-rosa Licht taucht. Ostern liegt hinter uns wie auch der hoffentlich letzte Aufschrei des Winters, der uns

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Musik in schwierigen Zeiten – Folge 158

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, meinen Urlaub verbringe ich gerne an der See – und da mich in diesen Wochen immer mal wieder das Fernweh packt, muss einmal mehr Musik aushelfen. Meine Wahl fällt daher heute auf Claude Debussys „La Mer“. Die drei sinfonischen Skizzen (so der Untertitel von „La Mer“) stellen in Debussys Entwicklung einen großen Schritt nach vorn dar und könnten als ein musikalisches Äquivalent des Schaffens eines Malers wie Claude Monet bezeichnet werden – wie es etwa der Maler und Kritiker Camille Mauclair 1902 vorschlug: *„Die herrlichen Landschaften von Claude Monet sind nichts

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Musik in schwierigen Zeiten – Folge 157

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, angesichts des diesjährigen Osterwetters habe ich mich für die heutige Ausgabe für ein unbekanntes Werk eines sehr bekannten Komponisten entschieden – Peter Tschaikowskys Sinfonien, sein Violinkonzert, das erste Klavierkonzert, die Oper „Eugen Onegin“: Alles wohlbekannt – aber „Schneeflöckchen“? 1873 beschäftigte sich Tschaikowsky mit einer winterlichen Komposition – der Schauspielmusik zu dem Märchendrama „Snegurotschka“ (Schneeflöckchen) des russischen Dramatikers Alexander Ostrowski, das am Moskauer Bolschoi-Theater Premiere hatte. Tschaikowsky war ein glühender Verehrer Ostrowskis, der mit knapp 50 Werken zu den Klassikern des russischen Schauspielrepertoires gehört. Das symbolistische Märchenspiel aus dem alten Russland mit

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Ermutigungswort für Sonntag, 4. April 2021

Der Morgen einer neuen Schöpfung! Liebe Leserinnen und liebe Leser! 7 Minuten. Das sind 420 Sekunden. In dieser Zeit kann viel passieren oder auch wenig. Sie kann schnell vergehen oder sehr langsam. Ich verbinde damit eher Wartezeiten. Wenn ich am Bahnhof jemanden abhole und die Durchsage ertönt: „Der Zug verspätet sich um ca. fünf Minuten,“ dann werden es meistens sieben. Komme ich an die Haltestelle, lese ich an der Informationstafel: M5 Broitzem 7 Min. Im Supermarkt an der Kasse warte ich immer gefühlte sieben Minuten. In 7 Minuten kann man aber auch einiges schaffen: ein kurzes Telefonat führen, eine Kurznachricht

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Ermutigungswort zu Ostern

Ihr alle seid Kinder des Lichtes und Kinder des Tages. Wir sind nicht von der Nacht noch von der Finsternis.So lasst uns nun nicht schlafen, sondern lasst uns wachen und nüchtern sein. Denn Christus ist für uns gestorben, damit wir, ob wir wachen oder schlafen, zusammen mit ihm leben. Darum macht euch gegenseitig Mut und helft einander weiter, wie ihr es ja auch jetzt schon tut. Thessalonicher 5,5-6.9-11 Wachen, nicht schlafen. Wachen, weil du dich sorgst. Weil da so viel zum Grübeln ist. Weil du trauerst – um die verlorene Normalität, um einen geliebten Menschen, um deine Arbeitsstelle, um deine

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Gesegnete Ostern!

Christ ist erstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden! Halleluja! Ihnen allen friedvolle und Gesegnete Ostern! Wir haben zwei Oster-Videogottesdienste vorbereitet. Natürlich wie immer in unserem YouTube Kanal. http://youtube.propstei-koenigslutter.de

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„Bach appassionato“ zum Ostersonntag am 4. April 2021

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, für die letzte Ausgabe der Reihe „Bach appassionato“ erwartet Sie heute nicht nur eine Bach-Kantate, sondern auch ein großartiges Chorwerk eines namhaften Kollegen. Doch zunächst zu Johann Sebastian Bach: „Christ lag in Todesbanden“ BWV 4 zählt nicht nur zu seinen bekanntesten Kantaten, sie ist auch sein frühestes Osterwerk, vermutlich entstanden um 1707/1708. Den Text bildet das Osterlied von Martin Luther von 1524, eine freie Nachdichtung der lateinischen Sequenz „Victimae paschali laudes“ in Anlehnung an das alte Lied „Christ ist erstanden“. Bachs Komposition folgt dem Prinzip der Choralvariation, indem jede der sieben

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„Bach appasssionato“ zum Karfreitag am 2. April 2021

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, die vorletzte Ausgabe der Reihe „Bach appassionato“ erreicht Sie zum Karfreitag. Wie schon im vergangenen Jahr im Rahmen der Reihe „Musik in schwierigen Zeiten“ möchte ich Ihnen auch in diesem Jahr Johann Sebastian Bachs Johannes-Passion empfehlen – allerdings in einer besonderen Fassung. Zum Karfreitag sind die Aufführungen von Johann Sebastian Bachs Passionen in Leipzig eine Selbstverständlichkeit. Letztes Jahr war es wahrscheinlich angesichts der Corona-Pandemie das erste Mal seit etwa 150 Jahren, dass die Leipziger auf ihre Bach-Passion verzichten mussten. Dazu wurde das Leipziger Bachfest im Sommer aus selbigem Grund abgesagt. Am

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Musik in schwierigen Zeiten – Folge 156

Sehr geehrte Damen und Herren. liebe Freunde der Kirchenmusik, Malerei trifft auf Musik – in der heutigen Ausgabe dreht sich alles um Sergej Rachmaninows sinfonische Dichtung „Die Toteninsel“, entstanden nach Arnold Böcklins gleichnamigen Gemälde und am 1. Mai 1909 unter Leitung des Komponisten in Moskau uraufgeführt. 1906 siedelte Sergej Rachmaninow vorübergehend nach Dresden über, um – von seinen Pflichten als Dirigent am Moskauer Bolschoi-Theater und den Sorgen wegen der politischen Unruhen in Russland befreit – endlich Zeit und Ruhe für das Komponieren zu haben. Die drei Dresdner Jahre erwiesen sich in der Tat als eine überaus fruchtbare Phase innerhalb von

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letzte Passionsandacht aus dem Rittergut Lucklum

Am Donnerstag um 18.00 Uhr laden wir Sie zur siebten und letzten digitalen Passionsandacht  in diesem Jahr auf unseren YoutTube-Kanal ein. Gutspfarrerin Inka Baumann hat für uns einen festlich gedeckten Tisch vorbereitet und lädt uns ein vor unseren Bildschirmen daran Platz zu nehmen. Insgesamt haben haben wir Ihnen in sieben Wochen Passionszeit sieben verschiedene Kirchen und Orte vorgestellt. Sieben Pfarrerinnen und Pfarrer sind mit uns Station für Station den Weg bis kurz vor Ostern gegangen. Noch etwa zwei Wochen werden die einzelnen Andachten online sein und zum Nachsehen zur Verfügung stehen. Der Weg Jesu endet zum Glück nicht am Kreuz.

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Musik in schwierigen Zeiten – Folge 155

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, zum Auftakt der neuen Woche empfehle ich Ihnen ein Musikstück, das Meister Eder vielleicht auch für seinen Pumuckl aussuchen würde – es ist ein echtes Showpiece der Violinliteratur: „La Ronde des Lutins“ (Der Tanz der Kobolde) von Antonio Bazzini – das Stück wird Ihnen später noch einmal wieder begegnen. Itzhak Perlman wird begleitet von Janet Goodman Guggenheim, der Mitschnitt stammt aus dem Jahr 1990 in Moskau: Musik kann manchmal für schlaflose Nächte sorgen – bei mir war das in ganz unfreiwilliger Weise in der Nacht vom 17. auf den 18. Dezember

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Ermutigungswort zum 28. März 2021

„Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.“ (Hebräer 11,1) Ich bete: Gott, nicht mütend – müde und wütend – will ich sein in diesen Tagen. Mach mich wach und barmherzig – schenke mir Warmherzigkeit. Amen. Zwei Männer, beide schwer krank, lagen in einem gemeinsamen Krankenzimmer. Der eine durfte sich jeden Tag in seinem Bett eine Stunde lang aufsetzen. Sein Bett stand direkt am Fenster. Der andere Mann musste den ganzen Tag flach auf seinem Rücken liegen. Jeden Nachmittag, wenn der Mann in dem Bett beim

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„Bach appassionato“ zum Sonntag Palmarum am 28. März 2021

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, wir nähern uns dem Ende der Passionszeit – meine Wahl für den Sonntag Palmarum ist auf die Bach-Kantate „Himmelskönig, sei willkommen“ BWV 182 gefallen, die für diesen Sonntag bestimmt ist. In Johann Sebastian Bachs Lebensgeschichte kommt dieser Kantate eine besondere Bedeutung zu. Sie entstand in seiner Weimarer Zeit und steht in engem Zusammenhang mit seiner Ernennung zum Hofkonzertmeister am 2. März 1714. Mit der Übernahme dieses Amtes – zusätzlich zu seiner seit 1708 ausgeübten Tätigkeit als Hoforganist und Kammermusiker – zählte die regelmäßige Komposition und Aufführung von Kantaten erstmals zu seinen

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Musik in schwierigen Zeiten – Folge 154

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik. ein Orchesterwerk eines Komponisten, der in erster Linie nur mit Orgelmusik in Verbindung gebracht wird, steht heute im Mittelpunkt: Die Sinfonie d-Moll von César Franck. Längst war César Franck ein weltberühmter Organist, als er sich an die Komposition seiner ersten und einzigen Sinfonie wagte. Die Experimentierfreude, mit der sich der 63-jährige Musiker ans Werk machte, sollte beim Publikum zunächst auf Unverständnis stoßen. Erst nach Francks Tod eroberte das Werk seinen Platz auf den Konzertpodien der Welt. Trotz seiner Positionen als angesehener Lehrer am Pariser Conservatoire und Organist an Sainte Clotilde wurde

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Spendenaufruf für Musiker*innen

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, zwischen den Vorbereitungen zu unserem NDR-Rundfunkgottesdienst am Karfreitag und den einzelnen Ausgaben zu „Bach appassionato“ und „Musik in schwierigen Zeiten“ möchte ich mich heute mit einer Bitte an Sie in großer Runde wenden. Mit großem Enthusiasmus haben wir im vergangenen Jahr nach dem ersten Lockdown im September und Oktober 14 Kurzkonzerte in der Stadtkirche Königslutter durchgeführt, viele davon waren ausverkauft. Gerne hätten wir zumindest dieses Format in der Adventszeit fortgesetzt und in diesem Jahr auch einige Termine nachgeholt, die 2020 entfallen sind. Bis auf zwei Programme, die wir noch für TV38

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Musik in schwierigen Zeiten – Folge 153

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, „Mit Figaro ins Rokoko“ – so lautete das Motto des Neujahrskonzertes 2019 in der Stadtkirche Königslutter. Neben Konzertarien und Ouvertüren von Wolfgang Amadeus Mozart und Sergej Prokofjews Symphonie classique standen auch die Rokoko-Variationen op. 33 von Peter Tschaikowsky auf dem Programm. Peter Tschaikowsky liebte Mozart und die Leichtigkeit des Rokokos. Es scheint, als blicke Tschaikowsky in diesem Werk wie durch ein Fernglas zurück in eine längst versunkene Welt, die er offenbar als heil und unbeschwert empfunden hat und die in extremem Gegensatz zur düsteren Atmosphäre der Fantasie „Francesca da Rimini“ steht,

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Gottesdienste ermöglichen – Pressemitteilung des Landesbischofs

Landesbischof Meyns reagiert überrascht auf Bund-Länder-Beschlüsse zu Ostern Wolfenbüttel. Landesbischof Dr. Christoph Meyns hat überrascht auf die neuen Bund-Länder-Beschlüsse zu Gottesdiensten am Osterwochenende reagiert. Nach aktueller Lage gehe er davon aus, dass zu Karfreitag und Ostern Präsenzgottesdienste in den Kirchen im Braunschweiger Land stattfinden können. Ostern sei der höchste christliche Feiertag und von zentraler Bedeutung für das Glaubensleben von Christinnen und Christen. Außerdem sei gerade in der Corona-Pandemie die seelsorgerliche Zuwendung zu den Menschen eine Kernaufgabe der Kirche. Die Kirche habe in den vergangenen Monaten unter Beweis gestellt, dass mit entsprechenden Abstands- und Hygienekonzepten eine sichere Durchführung von Präsenzgottesdiensten möglich

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Passionsandachten – Digital

Wir treten ein in die Passionszeit – Sieben Wochen bis zum Osterfest dauert die Passionszeit. Das ist die Zeit, die wir uns nehmem um das Leben und Sterben Jesu für uns zu zu verstehen. Die Ev. luth. Propstei Königslutter lädt an jedem Donnerstag bis zum Osterfest zu digitalen Andachten zur Passionszeit ein. Dazu laden die Pfarrer und Pfarrerin der Propstei in ihre Kirchen ein und gehen mit uns den Kreuzweg Jesu. Bilder des berühmten Malers und Pfarrers Sieger Köder werden dazu vorgestellt und laden zum Innehalten ein. Die Andachten werden musikalisch begleitet durch den Propsteikantor Matthias Wengler. An jedem Donnerstag

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Musik in schwierigen Zeiten – Folge 152

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, wie schön, wenn ein Musikstück von Beginn an so erfolgreich ist und der Originalcharakter auch in weiteren Bearbeitungen erhalten bleibt. Ein Beispiel hierfür sind die Fantasiestücke op. 73 von Robert Schumann – egal in welcher Besetzung sie erklingen: Schumanns großartige Musik bleibt immer erhalten! Die Fantasiestücke entstanden 1849. Privat war es eine glückliche Zeit für die Schumanns: die Finanzlage war gut, die Gesundheit des Komponisten stabil – und Europa brodelte im Zeichen des Revolutionsjahres. Als die Maiaufstände kurz bevor standen, wohnte die Musikerfamilie in Dresden. Erst als die Umstände unerträglich wurden,

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Ermutigungswort zum 21. März 2021

Liebe Leserinnen, lieber Leser, wer kennt sie nicht, diese wolkenverhangenen Tage, die keinen Sonnenstrahl durchlassen und das Gemüt schwer werden las-sen. Es ist schon lange her. Es war gegen Ende meiner Studen-tenzeit in Göttingen und ich befand mich in der Vorbereitung auf mein 1. Examen. Untergekommen war ich in einem kleinen Zimmer im Studentenwohnheim im Rosenbachweg, in dem ich die meiste Zeit mit dem Inhalieren des mannigfaltigen Lernstof-fes verbrachte. „Homeoffice“ mit kleinen Unterbrechungen, die man sehr genoss, war also angesagt. Da in diesem Wohnheim Studierende aller Studienbereiche untergebracht waren, kam es auch nur selten zum Austausch mit anderen, die sich

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„Bach appassionato“ zum Sonntag Judika am 21. März 2021

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, für den Sonntag Judika („Richte“) habe ich die Bach-Kantate „Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit“ BWV 106, auch unter dem Titel „Actus tragicus“ bekannt, ausgewählt. Bis heute zählt diese Kantate zu den bekanntesten und am meisten geschätzten Werken – ein „Geniewerk, wie es auch großen Meistern nur selten gelingt“ (Alfred Dürr). Dieses Frühwerk entstand noch in seiner Mühlhausener Zeit, vermutlich im Jahr 1707, als Bach das Amt des Organisten an der Kirche Divi Blasii übernahm. Den möglichen Anlass für die Komposition könnte die Trauerfeier für den Mühlhausener Bürgermeister Adolph Strecker gegeben

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Musik in schwierigen Zeiten – Folge 151

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, das folgende Musikstück zählt zu den beliebtesten und meistgespielten Klavierwerken aller Zeiten: Wolfgang Amadeus Mozarts „Rondo alla Turca“, soeben in rasendem Tempo von Lang Lang interpretiert, bildet den Abschluss der Klaviersonate Nr. 11 A-Dur KV 331. Im 18. Jahrhundert, 100 Jahre nach der endgültigen Bedrohung der Stadt Wien durch die Türken, gab es in Österreich eine regelrechte „Turkomanie“: Das Wiener Publikum liebte die Musik der Janitscharenkapellen. Mozart nutzte dieses Faible für seine Kompositionen. Der letzte Satz ist es, der diese Sonate so berühmt gemacht hat. Was diese Sonate so einzigartig macht:

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NDR-Radiogottesdienst zum Karfreitag aus dem Kaiserdom Königslutter (2.04.)

Am Karfreitag überträgt NDR Info um 10 Uhr einen evangelischen Radiogottesdienst aus dem Kaiserdom in Königslutter (2.04.). Im Mittelpunkt steht das sogenannte Gottesknechtslied aus dem Jesajabuch (Jesaja 52,13 – 53,12). Die ersten Christinnen und Christen haben in der alttestamentlichen Geschichte von dem leidenden Gerechten einen Hinweis auf die Passion Jesu gesehen – und seinen Tod am Kreuz. Es predigt Pröpstin Martina Helmer-Pham Xuan über das Wortpaar Leiden und Leben. Weitere Mitwirkende im Gottesdienst sind Pfarrerin Ann-Kathrin Rieken, Propsteidiakon Niels Respondek, Daniela Schweer, Adrian Brietzke und Joshua Pham Xuan. Die musikalische Leitung hat Propsteikantor Matthias Wengler, er wird Klavier und Orgel

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Musik in schwierigen Zeiten – Folge 150

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, über das heutige Musikstück ist bereits so viel geschrieben worden, dass man kaum alle Infos in einem kurzen Newsletter zusammenfassen kann. Zugleich ist das Stück aber auch ein Beweis dafür, das man auch nach Jahrhunderten zu neuen Informationen gelangen kann – und da es die 150. Ausgabe unserer Reihe ist, ist dieser Newsletter diesmal deutlich länger als gewöhnlich. Heute dreht sich alles um Johann Sebastian Bachs Chaconne aus der Partita d-Moll BWV 1004 für Violine solo – von Klavier- und Orgelwerken über Kammermusik bis hin zur Chormusik reicht die Spannbreite. Johann

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Musik in schwierigen Zeiten – Folge 149

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, eine klingende Galerie stellt unser heutiges Musikstück dar, zu den populärsten Werken der klassischen Musik zählt es ohnehin: Modest Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“, 1874 als Klavierzyklus entstanden und 1922 weltberühmt berühmt geworden durch die Orchestrierung von Maurice Ravel. Die Komposition ist eine Hommage an einen verstorbenen Freund. Der Maler und Architekt Viktor Hartmann war Verfechter des „russischen Stils“, seine Häuser und Ausstellungspavillons sahen aus wie Schlösser aus alten Märchen. Die Liebe zur russischen Volkskunst machte Hartmann zum Freund und Gleichgesinnten von Modest Mussorgsky. 1873 stirbt Hartmann mit nur 39 Jahren. Für

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Ermutigungswort für den Sonntag Lätare – 14. März 2021

Votum: Im Namen der Liebe, die uns trägt. Im Namen der Hoffnung, die in allem Leid lebendig bleibt. Und im Namen der Kraft, die uns immer wieder nahe sein will, die uns anrührt und uns stärkt.   Liebe Leserin, lieber Leser, vor genau einem Jahr sind wir in den ersten Lockdown gegangen. Ich habe damals gedacht: Spätestens im Sommer kehren wir wieder zur „Normalität“ zurück. Diese Hoffnung erfüllte sich nicht. Zum Jahreswechsel war mein Gedanke: Wenn erst alle geimpft sind, dann… Ja, ich sehne den Tag herbei, an dem sowohl mein privates Leben als auch die gemeindlichen Aktivitäten nicht mehr

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„Bach appassionato“ zum Sonntag Laetare am 14. März 2020

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, „Sehet, wir gehn hinauf gen Jerusalem“ – für den Sonntag Laetare („Freue dich“) habe ich die Bach-Kantate BWV 159 ausgewählt. Sie entstand zum Sonntag Estomihi („Sei mir“, nach Psalm 31, 3: „Sei mir ein starker Fels und eine Burg, dass du mir helfest!“) und wurde vermutlich am 27. Februar 1729 zum ersten Mal aufgeführt. Im Zentrum des von Christian Friedrich Henrici (Picander) gedichteten und 1728 gedruckten Librettos steht denn auch der Vorausblick auf Jesu Opfergang und zugleich das Nachdenken über dessen Konsequenzen für den einzelnen Gläubigen und seine persönliche Nachfolge. Für

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Musik in schwierigen Zeiten – Folge 148

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, kennen Sie Beethovens Zehnte? Das Stück, das gar nicht von Beethoven stammt, allerdings oft als solches bezeichnet wird, steht heute im Mittelpunkt: Die Sinfonie Nr. 1 c-Moll op. 68 von Johannes Brahms. In puncto Sinfonie war Johannes Brahms ein Spätzünder: Bis zum Alter von 43 Jahren ließ er sich mit seinem sinfonischen Erstling Zeit. Für ihn war das Komponieren einer Sinfonie eine *“Angelegenheit von Leben und Tod“*. Denn Beethovens neun Sinfonien hatten der Gattung zu solch hohem Rang und Anspruch verholfen, dass sie im 19. Jahrhundert als höchstes Ziel des Komponierens

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Musik in schwierigen Zeiten – Folge 147

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, einem der populärsten Klavierkonzerte aller Zeiten ist die heutige Ausgabe gewidmet: Das Klavierkonzert a-Moll op. 16 von Edvard Grieg, das sein einziges Instrumentalkonzert blieb und mit dem der gerade einmal 25-jährige Komponist einen ganz großen Wurf gelandet hat. Grieg verknüpft hier die in Leipzig erworbenen Kompositionstechniken mit dem Gestus norwegischer Volksmelodien und schafft es, dem Zuhörer Bilder norwegischer Landschaften vors Auge zu führen. Griegs Klavierkonzert entstand nur drei Jahre nach Abschluss seines Studiums 1868 während eines Sommeraufenthalts auf der dänischen Insel Sjaelland. Das Werk ist in manchen Aspekten noch deutlich vom

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Musik in schwierigen Zeiten – Folge 146

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, hört man Musik von Wolfgang Amadeus Mozart, so ist diese oft fröhlich, heiter und in einer Dur-Tonart komponiert. Das Köchelverzeichnis zählt 626 Werke, nur etwa 33 sind in einer Moll-Tonart bezeichnet. Dass die Moll-Tonart für den Komponisten selbst dadurch einen besonderen Stellenwert erhält, ist unbestritten. Eines dieser wenigen Moll-Werke ist die Klaviersonate Nr. 8 a-Moll KV 310. *“Trauern Sie mit mir, mein Freund! Dies war der traurigste Tag in meinem Leben – dies schreibe ich um 2 Uhr nachts – ich muss es Ihnen doch sagen, meine Mutter, meine liebe Mutter

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Ermutigungswort für den Sonntag Okuli – 7. März 2021

Es gibt Zeiten in meinem Leben, da weiß ich nicht, wie es weitergeht. Muss ich jetzt links oder rechts oder doch weiter geradeaus? Kehre ich um und versuche einen neuen Weg? Dann fühle ich mich, als ob ich vor so einem Schilderwust wie auf dem Bild stehe. Die Pfeile zeigen in alle Richtungen. Sie widersprechen sich. Welcher ist der richtige? Wer hat recht? Ich bin verwirrt. Kein Pfeil ist deutlicher gezeichnet als die anderen. Keiner ist größer oder kleiner. Keiner hervorgehoben. Die Frage bleibt: Für welchen Weg soll ich mich entscheiden? Dabei geht es meist um mehr, als die richtige

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„Bach appassionato“ zum Sonntag Okuli am 7. März 2020

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kirchenmusik, für den Sonntag Okuli („Augen“, nach Psalm 25, 15: „Meine Augen sehen stets auf den Herrn) habe ich die Bach-Kantate „Widerstehe doch der Sünde“ BWV 54 ausgewählt, die heute zu den beliebtesten Solokantaten von Johann Sebastian Bach zählt. Der kurze, nur drei Sätze umfassende Text stammt aus einer Sammlung von Kantatentexten des Darmstädter Hofpoeten Georg Christian Lehms aus dem Jahre 1711 und warnt in drastischen Worten davor, dass kein Sünder das Reich Gottes erben wird. Es ist sicher kein Zufall, dass Bach diesen Text einer Altstimme zugewiesen hat, die damals oft

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